Andreas Junius – Zahntechnischer Altmeister und Geräte-Analyst SKINlights
Andreas Junius
Geräte-Analyst · Technischer Autor
40+ Jahre Präzisionstechnik · Zahntechnischer Altmeister
25. Mai 2026  ·  🕒 ca. 8 Min. Lesezeit

Plasma Pen: Wie funktioniert das Gerät –
und warum macht das Gerät den Unterschied?

Ich bin kein Kosmetiker – das war immer Katjas Part. Ich bin Zahntechnischer Altmeister mit 40+ Jahren Erfahrung an hochpräzisen Maschinen – und genau das ist mein Blick: der eines Technikers, der Geräte liest. (→ Mehr über mich) Sie – Katja – hat das Studio SKINlights Beauty & More® in Berlin-Charlottenburg über zwölf Jahre lang geführt, die Behandlungen gemacht, die Kunden beraten. Ich war dabei – buchstäblich, Tür an Tür. Wir hatten zwei Gewerbeeinheiten nebeneinander, verbunden durch eine Verbindungstür, mit gemeinsamer Anmeldung und Lounge. Wenn Katja eine Frage hatte, musste sie nicht anrufen – sie kam einfach rüber.

Ich komme aus der Zahntechnik. Zahntechnischer Altmeister, 40+ Jahre Erfahrung mit hochpräzisen Maschinen – CAD/CAM-Systemen, 5-Achs-Fräsmaschinen, Steuerungsprogrammierung. Als es in Deutschland noch kaum ein Labor gab, das mit Fräsmaschinen arbeitete, waren wir unter den Ersten. Heute schreibe ich Prozessdokumentation und Troubleshooting für digitale Fertigungsworkflows. Geräte lesen – das kann ich.

Und beim Plasma Pen hat mich das, was ich gesehen und gemessen habe, anfangs ehrlich überrascht. Im positiven Sinne. Und manchmal im negativen. Ich versuche, das hier so zu erklären, dass man es auch ohne Physikstudium versteht – versprochen.

Was ist ein Plasma Pen – und wie entsteht Plasma?

Plasma Pen Funktionsprinzip – Lichtbogen zwischen Gerätespitze und Haut, Ionisierung, Sublimationspunkt, Hautschichten Epidermis Dermis

Plasma ist kein Marketingbegriff. Es ist der vierte Aggregatzustand der Materie – nach fest, flüssig und gasförmig. Wenn ein Gas stark genug ionisiert wird, lösen sich Elektronen aus ihren Atomen. Es entsteht ein elektrisch leitfähiges Gemisch aus freien Elektronen und Ionen. Das nennt man Plasma.

Beim Plasma Pen passiert genau das – in kontrollierter, miniaturisierter Form. Das Gerät baut zwischen seiner Metallspitze und der Hautoberfläche eine Hochspannung auf. Die Luft dazwischen – genauer: der Stickstoff darin – wird ionisiert. Es entsteht ein Lichtbogen, auch Plasmastrahl genannt. Dieser Lichtbogen hat eine extrem hohe lokale Temperatur: zwischen 800 und über 4.000 Grad Celsius direkt an der Entladungsspitze – je nach Gerät, Einstellung und Behandlungsart. Wer am dünnen Augenlid arbeitet, braucht andere Parameter als jemand, der Dehnungsstreifen am Oberschenkel behandelt.

Keine Angst vor den 4.000 Grad: Diese Temperatur entsteht direkt an der Nadelspitze, für Millisekunden, auf einem mikroskopisch kleinen Punkt. Was du als Kunde spürst, ist Wärme – aber nicht das, was du dir gerade vorstellst.

Dieser Lichtbogen trifft auf die Haut und sublimiert das Gewebe – er überführt es direkt vom festen in den gasförmigen Zustand. Kein Schnitt, keine Klinge. Nur Energie, punktgenau gesetzt. Bei der Lidstraffung arbeitet man mit einem definierten Punktmuster – wie ein Golfspieler, der das Grün liest, bevor er puttet. Bei Pigmentflecken fährt man flächig drüber. Fibrome hält man mit der Pinzette und verödet sie gezielt.

Was dabei viele unterschätzen: Der Plasma Pen erzeugt erhebliche Wärme – und diese Wärme breitet sich ins umliegende Gewebe aus. Kunden, bei denen Katja nur die Oberlider behandelt hatte, und bei denen sich danach auch die seitliche Mimik gestrafft hatte. Oder Kunden, bei denen nach einer Behandlung rund ums Auge die Nasolabialfalte sich sichtbar angehoben hat. Das ist kein Zufall – das sind die Fibroblasten in der Dermis, die daraufhin vermehrt Kollagen bilden.

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„Als ich das erste Mal den Lichtbogen eines Plasma Pens unter Testbedingungen analysiert habe, war das für mich ein Aha-Moment. Die Physik dahinter kannte ich aus anderen Hochspannungsanwendungen – aber die Präzision, die man daraus für kosmetische Zwecke machen kann, das hat mich ehrlich beeindruckt.“

So funktioniert das Gerät – technisch erklärt

Plasma Pen Lippenfältchen Behandlung – Profigerät mit sichtbarem Plasmastrahl

Ein Plasma Pen besteht aus wenigen, aber entscheidenden Komponenten. Wer versteht, wie sie zusammenspielen, versteht auch, warum Qualitätsunterschiede so direkt sichtbar werden.

Hochspannungsgenerator

Das Herzstück des Geräts. Er wandelt eine Eingangsgleichspannung über einen Hochfrequenz-Inverter in Hochspannung um. Bei guten Geräten ist diese Spannung exakt regelbar und über den gesamten Behandlungszeitraum stabil. Bei schlechten Geräten schwankt sie – und du merkst es am Ergebnis, bevor du weißt warum.

Die Elektrode – die Spitze

Hier entsteht der Lichtbogen. Material, Geometrie und Zustand der Spitze bestimmen, wie präzise und stabil die Entladung ist. Es gibt verschiedene Spitzendurchmesser – feinere für empfindliche Areale wie das Augenlid, stärkere für Behandlungen mit mehr Gewebewiderstand. Eine verschlissene Spitze produziert kein sauberes Muster – sie produziert eines, das man nicht steuern kann.

Steuereinheit und Frequenz

Profigeräte erlauben es, nicht nur die Leistung zu regeln, sondern auch die Frequenz der Entladungen. Was am Augenlid funktioniert, passt nicht für Dehnungsstreifen am Bauch.

Wärmemanagement

Der Generator im Handstück erzeugt im Dauerbetrieb Betriebswärme. Bei minderwertigen Geräten driftet der Output irgendwann ab – das Gerät liefert auf derselben Einstellung faktisch einen anderen Wert als am Anfang der Behandlung. Am Augenlid nicht beherrschbar.

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„Das Wärmemanagement erinnert mich direkt an hochfrequente Frässpindeln. Sobald die Eigentemperatur steigt, driftet der Ausgangswert – das ist keine Spekulation, das habe ich an mehreren Geräten messtechnisch nachgewiesen. Ein Gerät das heiß läuft, liefert am Ende einer Sitzung nicht mehr das, was es am Anfang geliefert hat.“

Warum die Gerätequalität direkt das Ergebnis beeinflusst

Das ist der Punkt, über den in der Branche viel zu wenig offen gesprochen wird. Plasma Pen ist eine Methode – aber die Methode ist nur so gut wie das Gerät, das sie umsetzt. Und das Gerät ist nur so gut wie die Hand, die es führt – und das Wissen dahinter. Das sind drei Komponenten, die zusammenspielen müssen.

Katja hat über die Jahre Kunden aus anderen Studios empfangen, die mit schlechten Ergebnissen kamen und stark verunsichert waren. Ich habe mir diese Ergebnisse angeschaut – und man hat fast immer gesehen, wo das Problem lag: am Gerät, an der Anwendung, oder an beidem.

Leistungsstabilität: Ein verlässliches Gerät liefert bei Einstellung 4 heute denselben Output wie in drei Wochen. Günstige Geräte haben schwankende Ausgangswerte. Zu wenig Energie: kein sichtbarer Effekt. Zu viel: Narben, Pigmentstörungen, dauerhafte Hyperpigmentierungen. Das Fenster zwischen diesen Extremen ist eng.

CE-Zertifizierung: Geräte für kosmetische Anwendungen in der EU brauchen eine CE-Kennzeichnung. Das ist kein bürokratisches Detail – das ist der Mindeststandard für elektrische Sicherheit und Ausgangsleistung. Geräte aus dem grauen Markt haben diese Zertifizierung oft nur auf dem Papier oder gefälscht. Das Risiko trägt am Ende der Kunde.

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„Ein Gerät in der Einsteigerkategorie zeigte zwischen zwei Stufen keinen linearen Anstieg, sondern einen Sprung – plötzlich deutlich mehr Energie, ohne Vorwarnung. Das kannst du am Augenlid nicht gebrauchen. Da muss ich wissen was kommt. Nicht hoffen.“

Katja hat mich irgendwann gefragt: Kannst du dir das mal anschauen – taugt das was? Ich bin Zahntechniker, kein Kosmetiker. Aber Geräte lesen, das kann ich. Und was ich bei einigen Plasma Pens gesehen habe, hat mir nicht gefallen.

Andreas Junius — Andreas Junius · Zahntechnischer Altmeister · SKINlights Beauty & More® ehemals Berlin-Charlottenburg

Was wir aus der Praxis mitgenommen haben – Geräteentscheidungen im Studio SKINlights Beauty & More®

Plasma Pen Behandlung Augenpartie – professionelles Chromhandstück mit Plasmastrahl

Wenn Katja sich für eine neue Behandlung interessiert hat, war das immer ein Prozess. Erst hat sie evaluiert, ob das Verfahren für das Studio sinnvoll ist, ob die Ergebnisse halten, was die Hersteller versprechen. Katja hat immer ganzheitlich gedacht: Der Kunde, der einmal wegen eines Permanent Make-ups kommt, soll sich so gut aufgehoben fühlen, dass er wiederkommt – für die Kosmetik, die Fruchtsäurebehandlung, die Lidstraffung. Plasma Pen war ein weiterer Baustein in diesem Gesamtbild.

Wenn die inhaltliche Entscheidung gefallen war, kam ich ins Spiel: Welches Gerät? Wir haben uns damals durch mehrere Systeme getestet. Was mich sofort gestört hat: Ein Gerät in der Einsteigerkategorie zeigte zwischen zwei Stufen keinen linearen Anstieg, sondern einen Sprung – plötzlich deutlich mehr Energie, ohne Vorwarnung. Das kannst du am Augenlid nicht gebrauchen. Da muss ich wissen, was kommt. Nicht hoffen.

Das Gerät, das wir letztlich eingesetzt haben, hatte eine nachvollziehbare, stabile Regelcharakteristik. Nicht spektakulär – aber verlässlich. Katja konnte damit arbeiten. Und das ist der einzige Maßstab, der zählt.

Was wir auch gelernt haben: Verschiedene Indikationen brauchen verschiedene Herangehensweisen. Eine Oberlidstraffung ist kein Pigmentfleck. Bei der Lidstraffung oder wenn wir eine Augenbraue anheben wollten, geht es darum, das Gesicht vorher zu lesen. Wo zieht die Haut hin, wenn man punktuell arbeitet? Welcher Winkel bringt das Gewebe in die richtige Richtung? Das ist ein bisschen wie Putten beim Golf: Du liest das Grün, du berechnest den Abfall – und dann entscheidest du, wo du ansetzt.

Katja hat nach der Behandlung auch selbst gelebt, was sie ihren Kunden empfohlen hat: Am nächsten Tag ungeschminkt gearbeitet. Ihre Kunden haben die Schwellungen gesehen, haben die Abheilphase über Wochen mitverfolgt – und konnten so selbst einschätzen, was eine professionelle Behandlung bedeutet. Das ist Mundpropaganda, die funktioniert.

Wenn dich Gesichtsbehandlungen generell interessieren, findest du auf unserer Gesichtsbehandlungen-Seite und unserer Plasma Pen Methodenseite einen Überblick. Wer speziell zur Lidstraffung mehr wissen möchte – inklusive Pflegeempfehlungen für die Abheilzeit – findet das dort.

Und wenn du wissen willst, ob du bestimmte Anwendungen auch mit einem Heimgerät angehen kannst – oder wo die Grenzen wirklich liegen – dann schau in unseren zweiten Artikel: Plasma Pen Heimgerät vs. Profigerät – Was kannst du wirklich selber machen?

FAQ
Häufige Fragen zum Plasma Pen
Wie heiß wird der Lichtbogen beim Plasma Pen?

Direkt an der Entladungsspitze entstehen Temperaturen zwischen 800 und über 4.000 Grad Celsius – je nach Gerät, Einstellung und Behandlungsareal. Der Kontaktpunkt ist mikroskopisch klein, der Impuls dauert Millisekunden. Die Wärme breitet sich ins umliegende Gewebe aus und stimuliert die Fibroblasten zur Kollagenproduktion.

Was unterscheidet ein Profigerät von einem günstigen Gerät?

Im Wesentlichen drei Dinge: Stabilität des Outputs, Präzision der Entladung und Feinheit der Regelung. Dazu kommt die Spitzenqualität und eine echte CE-Zertifizierung. Viele Behandlungen sind mit Heimgeräten schlicht nicht ausführbar – die Energie ist zu gering, das Spektrum zu schmal.

Wie viele Joule Leistung braucht ein gutes Gerät?

Weniger relevant als oft behauptet. Entscheidend ist nicht der maximale Joule-Wert, sondern ob dieser Wert stabil und reproduzierbar geliefert wird. Ein Gerät mit 3 Joule, das präzise arbeitet, ist einem 8-Joule-Gerät mit schwankenden Werten klar überlegen.

Warum ist die Spitze des Geräts so wichtig?

Die Elektrode bestimmt, ob der Lichtbogen kontrolliert und punktgenau entsteht oder unregelmäßig springt. Verschiedene Spitzendurchmesser für verschiedene Indikationen sind bei guten Geräten Standard. Eine feine Spitze für das Augenlid, eine stärkere für Dehnungsstreifen.

Wie merke ich als Kunde, ob ein Studio ein gutes Gerät hat?

Frag direkt: Welches Gerät, woher, welche Zertifizierung? Lass dir Vorher-Nachher-Bilder zeigen – und möglichst auch Bilder aus der Abheilphase. Daran erkennst du, wie sauber gearbeitet wurde.

Kann ein Plasma Pen die Haut dauerhaft schädigen?

Bei falscher Anwendung oder mit minderwertigen Geräten: ja. Zu hohe Leistung, falscher Abstand, falsche Nachpflege – das kann zu Narbenbildung oder dauerhaften Pigmentstörungen führen. Kein theoretisches Risiko. Wir haben solche Ergebnisse gesehen.

Ist ein Plasma Pen dasselbe wie ein Fibroblast-Pen?

Ja. Die Technik dahinter ist identisch. „Fibroblast" beschreibt das biologische Ziel der Behandlung – die Stimulation der Fibroblasten zur Kollagenproduktion. Viele Hersteller nutzen „Fibroblast-Pen" als Produktbezeichnung – das ist Marketing, keine eigene Gerätekategorie.

Fazit: Das Gerät macht den Unterschied – aber nicht allein

Plasma Pen ist eine der wirkungsvollsten nicht-chirurgischen Methoden für Straffung, Faltenbehandlung und Gewebekorrektur. Aber ein gutes Ergebnis beginnt nicht mit der Behandlung selbst – es beginnt mit dem richtigen Gerät, dem richtigen Wissen und der Erfahrung, das Gesicht zu lesen. Wer alle drei Komponenten zusammenbringt, bekommt Ergebnisse, die sich sehen lassen.

Andreas Junius Andreas Junius · Zahntechnischer Altmeister

„Ich verkaufe keine Behandlungen – das war nie mein Part. Ich teile, was ich als Techniker gesehen, gemessen und bewertet habe. Ohne Gerät zu empfehlen. Ohne kommerzielles Interesse. Nur mit dem Blick, der mir eigen ist.“

Der Blick dahinter, Dein ...

Andreas Junius
Zahntechnischer Altmeister · Geräte-Analyst · SKINlights Beauty & More® ehemals Berlin-Charlottenburg

Andreas Junius schreibt als Zahntechnischer Altmeister und technischer Beobachter – nicht als Kosmetiker oder Mediziner. Seine Einschätzungen basieren auf eigener Erfahrung, technischer Recherche und physikalischen Grundlagen. Sie ersetzen keine professionelle kosmetische oder medizinische Beratung. Enthaltene Affiliate-Links sind als solche gekennzeichnet.

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